Ganzkörper-Hautselbstuntersuchung

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Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2026

Ganzkörper-Hautselbstuntersuchung – Hautkrebs
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Regelmäßige Selbstuntersuchung der gesamten Haut ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Melanomen und verdächtigen Hautveränderungen.

Vier Studien mit insgesamt über 2,48 Millionen Teilnehmern belegen die Wirksamkeit regelmäßiger Selbstuntersuchungen der Haut zur Früherkennung von Hautkrebs. Eine randomisierte, kontrollierte Studie mit 199 Erwachsenen mit erhöhtem Risiko zeigte, dass eine Selbstuntersuchung mit bloßem Auge bei der Identifizierung klinisch verdächtiger Krebsfälle auf Läsionsebene eine Sensitivität von 88 % und eine Spezifität von 89 % erreicht, was besser ist als die Ergebnisse einer teledermatologisch unterstützten Untersuchung. Eine norwegische Screening-Studie mit 25.836 Hautscans, die in Apotheken durchgeführt wurden, ergab, dass bei 16,4 % der Personen mit auffälligen Muttermalen Anomalien festgestellt wurden, darunter 1 % Melanome. Damit konnten 4,1 % der landesweit registrierten Melanomfälle innerhalb eines Jahres erfasst werden. Eine Interventionsstudie mit 120 Bauarbeitern zeigte, dass gezielte Aufklärungsprogramme das Verhalten zur regelmäßigen Hautuntersuchung bei Risikogruppen von Arbeitnehmern im Freien deutlich erhöhten. Ein umfassender Überblick über 19 systematische Reviews und etwa 2.460.600 Teilnehmer bestätigte, dass aufklärende Maßnahmen und personalisierte Informationen zum Risiko die Durchführung von Selbstuntersuchungen fördern, obwohl die Gesamtqualität der verfügbaren Evidenz weiterhin gering ist.

Evidenz

Autoren: Cassie, Heather, Clarkson, Janet, Conway, David I., Glenny, Anne-Marie, McGoldrick, Niall, Shambhunath, Shambhunath, Walsh, Tanya, Wijesiri, Thushani, Young, Linda

Veröffentlicht: 1. März 2024

Diese zusammenfassende Übersicht identifizierte 19 systematische Reviews, die 199 Primärstudien mit insgesamt etwa 2.460.600 Teilnehmern umfassten. Drei systematische Reviews konzentrierten sich auf die Selbstuntersuchung der Haut zur Früherkennung von Hautkrebs, wobei zwei weitere Reviews sowohl Haut- als auch Brustkrebs behandelten. Die Bewertung mithilfe von AMSTAR-2 ergab von insgesamt 19 Reviews vier qualitativ hochwertige und zwei mittelmäßige Reviews. Eine Analyse, die sich auf die qualitativ hochwertigeren Reviews beschränkte, zeigte, dass es nur wenige aussagekräftige Belege für die Wirksamkeit der Selbstuntersuchung der Haut gibt. Aufklärungsmaßnahmen und personalisierte Informationen über das Krebsrisiko zeigten ein gewisses Potenzial bei der Förderung des Verhaltens zur Selbstuntersuchung.

Autoren: Avilés-Izquierdo, Baade, Berwick, Boyce, Chambers, Chao, Djaja, Genders, Hamidi, Janda, Janda, Janda, Kandel, King, Kroemer, Li, Luttrell, Manahan, Markun, Morze, Pike, Rat, Robinson, Tschandl, Venables, Wu

Veröffentlicht: 20. Februar 2020

In dieser randomisierten, kontrollierten Studie mit 199 Erwachsenen mit hohem Hautkrebsrisiko in Brisbane, Australien, erreichte die Hautselbstuntersuchung mit bloßem Auge eine Sensitivität von 88 % (95 %-KI 80–91) auf Läsionsebene und 97 % (95 %-KI 91–100) auf individueller Ebene beim Nachweis klinisch verdächtiger Hautkrebserkrankungen. Die Spezifität betrug 89 % (95 %-KI 87–91) auf Läsionsebene und 96 % (95 %-KI 91–100) auf individueller Ebene. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe identifizierten im Median 6,0 Läsionen pro Person (Spanne 1–16) im Verlauf von drei monatlichen Selbstuntersuchungen. Die Selbstuntersuchung mit bloßem Auge war der telemedizinisch unterstützten Untersuchung mittels mobiler Dermatoskopie überlegen, deren Sensitivität auf Läsionsebene lediglich 75 % betrug (95 %-KI 63–84, p = 0,04).

Autoren: Anne-Kristin B. Bjaaen, David J. Wright, Emery, Friedman, Govindan, Kjersti W. Garstad, Lindsey, Losina, MacKie, MacKie, Mayer, Mette Valeur, Reidun L.S. Kjome, Watts, Whiteman

Veröffentlicht: 6. Dezember 2016

In einer Studie mit 25.836 Hautuntersuchungen in Apotheken an 15.777 Personen in Norwegen über einen Zeitraum von 3,5 Jahren wiesen 16,4 % der Teilnehmer mit auffälligen Muttermalen eine Anomalie auf: 1 % Melanom und 15,4 % eine andere Hauterkrankung. Allein im Jahr 2014 erfasste das Programm 4,1 % der landesweit registrierten Melanomfälle in Norwegen. Diese Ergebnisse zeigen, dass Personen, die proaktiv eine Untersuchung von auffälligen Hautveränderungen suchen, eine signifikante Wahrscheinlichkeit für eine frühe Erkennung haben. Unter den Befragten (10 % der Teilnehmer) gaben 88 % an, das Programm erneut nutzen zu wollen, was die Wertschätzung der Bedeutung der Hautüberwachung widerspiegelt.

Sun safety in construction: a UK intervention study

Autoren: Borland, J. Houdmont, P. Madgwick, R. Randall, Vallejo-Torres, Woolley

Veröffentlicht: 1. Januar 2016

In dieser nicht randomisierten Interventionsstudie mit 120 britischen Bauarbeitern (70 in der Interventionsgruppe, 50 in der Kontrollgruppe) erwies sich die regelmäßige Untersuchung der Haut auf Muttermale oder ungewöhnliche Veränderungen als zweitgrößte Verhaltensänderung nach 12 Monaten im Rahmen der Nachbeobachtung bei der Interventionsgruppe. Die Interventionsgruppe erzielte insgesamt eine statistisch signifikante, positive Veränderung in 9 von 10 untersuchten Verhaltensbereichen. Diese Ergebnisse belegen die Wirksamkeit von Aufklärungsprogrammen zur Förderung der Selbstuntersuchung der Haut bei im Freien tätigen Arbeitnehmern, die einem erhöhten Risiko für beruflichen Hautkrebs ausgesetzt sind.