Familiäre Vorbelastung mit Eierstockkrebs

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2 Studien · 1 Empfehlung

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2026

Familiäre Vorbelastung mit Eierstockkrebs – Eierstockkrebs
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Wenn zwei oder mehr Verwandte ersten Grades betroffen sind, verdoppelt sich das Risiko für Eierstockkrebs nahezu, was eine Untersuchung durch einen Facharzt erforderlich macht.

In zwei Studien mit einer zusammengefassten Kohorte von 1,3 Millionen Frauen und 4.584 Fällen von Eierstockkrebs zeigte sich, dass eine familiäre Vorbelastung mit Eierstockkrebs ein signifikanter Risikofaktor ist. Frauen mit einer solchen Vorgeschichte hatten ein fast doppelt so hohes Risiko (HR: 1,94; 95 % KI 1,47–2,55), insbesondere bei weniger aggressiven Tumoren (phet = 0,02). Klinische Leitlinien empfehlen, dass Frauen mit zwei oder mehr Verwandten ersten Grades, die an Eierstockkrebs erkrankt sind, eine individuelle spezialisierte Untersuchung in Anspruch nehmen und die Risiken und Vorteile von Vorsorgeuntersuchungen sorgfältig besprechen (SOR=C). Eine routinemäßige Vorsorge durch CA-125-Tests, transvaginale Ultraschalluntersuchung oder gynäkologische Untersuchung wird für Frauen mit durchschnittlichem Risiko oder solchen mit nur einem betroffenen Verwandten nicht empfohlen (SOR=B). Das familiäre Risikomuster beeinflusst vor allem die Entwicklung weniger tödlicher Tumoren, wodurch eine frühzeitige Überweisung an einen Spezialisten – und nicht eine populationsbasierte Vorsorge – die angemessene klinische Maßnahme darstellt.

Evidenz

Autoren: Adami, H-O, Arslan, AA, Bernstein, L, Black, A, Brinton, LA, Buring, J, Clendenen, TV, Fortner, RT, Fournier, A, Fraser, G, Gapstur, SM, Gaudet, MM, Giles, GG, Gram, IT, Hartge, P, Hoffman-Bolton, J, Idahl, A, Kaaks, R, Kirsh, VA, Knutsen, S, Koh, W-P, Lacey, JV, Lee, I-M, Lundin, E, Merritt, MA, Milne, RL, Onland-Moret, NC, Patel, AV, Peters, U, Poole, EM, Poynter, JN, Rinaldi, S, Robien, K, Rohan, T, Schairer, C, Schouten, LJ, Setiawan, VW, Sánchez, M-J, Tjonneland, A, Townsend, MK, Trabert, B, Travis, RC, Trichopoulou, A, Tworoger, SS, Van den Brandt, PA, Vineis, P, Visvanathan, K, Weiderpass, E, Wentzensen, NA, White, E, Wilkens, L, Wolk, A, Yang, HP, Zeleniuch-Jacquotte, A

Veröffentlicht: 5. November 2018

In dieser zusammengefassten Kohorte von 1,3 Millionen Frauen mit 4.584 Fällen von Eierstockkrebs wurde ein familiäres Vorliegen von Eierstockkrebs mit einem nahezu zweifach erhöhten Risiko für eine weniger aggressive Form der Erkrankung in Verbindung gebracht (HR: 1,94; 95 % KI [1,47–2,55]). Die Heterogenität zwischen den verschiedenen Aggressivitätsstufen war statistisch signifikant (phet = 0,02). Weniger aggressive Tumore wurden als solche definiert, bei denen die Patientinnen fünf oder mehr Jahre nach der Diagnose überlebten (n = 1.691). Eine familiäre Vorbelastung zeigte eine stärkere Korrelation mit weniger aggressiven im Vergleich zu hochaggressiven Formen der Erkrankung, was darauf hindeutet, dass familiäre Risikofaktoren möglicherweise vorrangig die Entwicklung von weniger tödlichen Tumoren beeinflussen.

Autoren: Puglia, Kathleen, Wiseman, Pamela M.

Veröffentlicht: 1. Januar 2003

Die klinische Leitlinie mit SOR=C empfiehlt Frauen mit zwei oder mehr Verwandten ersten Grades mit Eierstockkrebs ein ausführliches Gespräch über die Risiken und Vorteile eines Screenings, gegebenenfalls mit Überweisung an Spezialisten. Für Frauen mit durchschnittlichem Risiko oder nur einer Verwandten ersten Grades wird ein Screening mittels gynäkologischer Untersuchung, CA-125-Test, transvaginalem Ultraschall oder einer Kombination dieser Verfahren nicht empfohlen (SOR=B). Die Evidenz reichte nicht aus, um für oder gegen ein Screening in der Hochrisikogruppe mit mehreren betroffenen Verwandten zu sprechen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer individuellen fachärztlichen Abklärung anstelle eines routinemäßigen bevölkerungsbasierten Screenings.