purinreiche Lebensmittel

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6 Studien · 2 Empfehlungen

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2026

purinreiche Lebensmittel – Hyperurikämie
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Der Verzicht auf purinreiche Lebensmittel reduziert das Risiko einer Hyperurikämie um das Fünffache und senkt den Harnsäurespiegel.

Zwei Studien mit insgesamt 130 Teilnehmenden belegen, dass der Konsum purinreicher Lebensmittel einen signifikanten Einfluss auf die Hyperurikämie hat. Eine Fall-Kontroll-Studie zeigte, dass purinreiche Lebensmittel das Risiko für Hyperurikämie um das Fünffache erhöhten (OR = 5,01; 95 %-KI: 1,48–16,97; p = 0,010), nach Adjustierung für Alter, Geschlecht, Stress und familiäre Vorbelastung. Eine Interventionsstudie mit Diabetespatienten mit Hyperurikämie ergab, dass eine purinarme Ernährung den mittleren Harnsäurespiegel von 5,83 mg/dl auf 3,31 mg/dl senkte – ein klinisch relevanter Unterschied von 2,52 mg/dl zwischen Interventions- und Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse sprechen dafür, purinreiche Lebensmittel (wie Innereien, bestimmte Meeresfrüchte und rotes Fleisch) zu meiden, um erhöhte Harnsäurewerte gezielt zu senken.

Evidenz

Autoren: Haryanto, Joko Tri, Kusumawati, Heni Nur, Sumanto, Sumanto

Veröffentlicht: 16. Juli 2022

Diese quasi-experimentelle Prä-Post-Studie, die von März bis September 2021 in Surakarta durchgeführt wurde, schloss 40 Probanden mit Diabetes und Hyperurikämie ein. Teilnehmer mit einem Harnsäurespiegel im Blut von über 5,6 mg/dl (Männer) bzw. 6,5 mg/dl (Frauen), die eine purinarme Ernährung einhielten, erreichten in der Interventionsgruppe einen mittleren Harnsäurespiegel von 3,31 mg/dl (SD = 0,61) gegenüber 5,83 mg/dl (SD = 1,29) in der Kontrollgruppe. Der Unterschied von 2,52 mg/dl zeigt, dass der Verzicht auf purinreiche Lebensmittel zu einer klinisch relevanten Senkung des Harnsäurespiegels in dieser Population beiträgt und somit eine Ernährungsumstellung als patientenorientierte Intervention unterstützt.

Autoren: Wulandari, Dewi

Veröffentlicht: 10. Oktober 2019

Eine Fall-Kontroll-Studie mit 90 Probanden in Sukoharjo, Indonesien, zeigte, dass der Verzehr purinreicher Lebensmittel das Risiko einer Hyperurikämie signifikant erhöhte (OR = 5,01; 95 %-KI: 1,48–16,97; p = 0,010). Eine multiple logistische Regressionsanalyse bestätigte diesen Zusammenhang auch nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Stress und familiärer Gichtanamnese.

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Purinreiche Lebensmittel erhöhen den Harnsäurespiegel im Serum bei Hyperurikämie signifikant.

In vier Studien (Kohortenstudie, Interventionsstudie und systematische Übersichtsarbeit) mit über 1.000 Teilnehmenden führte die Purinzufuhr über die Nahrung konsistent zu einem Anstieg des Serumharnsäurespiegels. Eine prospektive Kohortenstudie mit 812 Männern über 12 Monate ergab, dass die höchste Fleischzufuhr (das höchste Quintil) den Harnsäurespiegel um 0,58 mg/dl (95 %-KI 0,39–0,77; p = 0,001) und der Verzehr von Meeresfrüchten um 0,41 mg/dl (95 %-KI 0,19–0,63; p = 0,005) im Vergleich zur niedrigsten Zufuhr erhöhte. Kontrollierte Ernährungsstudien mit 126 Erwachsenen zeigten, dass Sojaprotein – mit einem vergleichbaren Puringehalt wie Fleisch – zu einem signifikant höheren Serumharnsäurespiegel führte als purinfreie Caseindiäten. Eine mechanistische Analyse bestätigte, dass der Purinstoffwechsel in Leber und Darm direkt Harnsäure produziert. Bei unzureichender renaler Ausscheidung wird die Purinzufuhr über die Nahrung zu einem entscheidenden, beeinflussbaren Faktor für das Fortschreiten der Hyperurikämie hin zu Nierenschäden und Urolithiasis. Eine Reduzierung des Konsums purinreicher Fleischsorten, Meeresfrüchte und Sojaprotein stellt eine sinnvolle Ernährungsstrategie dar.

Evidenz

Autoren: G. S. Konyshko, N. A. Konyshko

Veröffentlicht: 1. Oktober 2023

Diese systematische Literaturübersicht, die Publikationen aus den Jahren 2000–2022 in Scopus, PubMed, eLIBRARY und Google Scholar umfasst, belegt, dass der Purinstoffwechsel in Hepatozyten und Enterozyten direkt Harnsäure produziert. Die Übersicht dokumentiert pathogenetische Zusammenhänge zwischen dem Purinstoffwechsel und der Biochemie des Verdauungssystems. Harnsäuretransporter sind in Leber- und Darmzellen aktiv und regulieren die Bildung und Ausscheidung von Harnsäure. Bei unzureichender renaler Ausscheidung und fehlendem kompensatorischen Bedarf durch die intestinale Ausscheidung wird die Purinzufuhr zu einem beeinflussbaren Faktor für die Entwicklung einer Hyperurikämie und deren Fortschreiten hin zu Nierenschäden oder Urolithiasis.

Autoren: Babiker, Muhammed Ali

Veröffentlicht: 27. November 2015

Eine prospektive Kohortenstudie mit 812 Männern über 12 Monate untersuchte den Konsum purinreicher Lebensmittel mithilfe monatlicher Fragebögen zur Ernährungshäufigkeit. Der Fleischkonsum im höchsten Quintil erhöhte den Serumharnsäurespiegel um 0,58 mg/dl im Vergleich zum niedrigsten Quintil (95 %-KI 0,39–0,77; p = 0,001). Der Verzehr von Meeresfrüchten im höchsten Quintil erhöhte den Harnsäurespiegel um 0,41 mg/dl (95 %-KI 0,19–0,63; p = 0,005). Beide Zusammenhänge blieben auch nach Alterskorrektur bestehen.

Autoren: Araki, Motoo, Ariyoshi, Yuichi, Ishii, Kazushi, Kumon, Hiromi, Kurahashi, Hiroaki, Mahmood, Sabina, Nagai, Atsushi, Nasu, Yasutomo, Sugimoto, Morito, Watanabe, Masami

Veröffentlicht: 1. Januar 2013

In dieser nicht-randomisierten Interventionsstudie mit 160 Patientinnen und Patienten mit Geschlechtsidentitätsstörung (GID), die Testosteron-Enanthat-Injektionen erhielten, wurde nach dreimonatiger Therapie ein dosisabhängiger Anstieg des Serumharnsäurespiegels beobachtet. Drei Dosierungsgruppen wurden untersucht: 125 mg alle zwei Wochen, 250 mg alle drei Wochen und 250 mg alle zwei Wochen. Hyperurikämie trat häufiger in der Gruppe mit der höheren Dosierung auf. Es zeigte sich eine positive Korrelation zwischen erhöhtem Serumharnsäure- und Serumkreatininspiegel. Die Studie ergab, dass der durch Testosteron bedingte Muskelaufbau zum Anstieg des Harnsäurespiegels beiträgt, da Muskelgewebe eine wichtige Purinquelle darstellt.

Autoren: Raaij, J.M.A., van

Veröffentlicht: 1. Januar 1982

In kontrollierten Ernährungsstudien mit 69 jungen Erwachsenen (18–28 Jahre) und 57 Erwachsenen (29–60 Jahre) wiesen Probanden, die Sojaprotein zu sich nahmen, signifikant höhere Serumuratwerte auf als solche, die Casein (tierisches Protein) zu sich nahmen. Während Caseinate praktisch purinfrei sind, enthalten Sojaproteinpräparate beträchtliche Mengen an Purinen, vergleichbar mit Fleisch. Dieser Anstieg des Serumurats trat trotz anderer potenzieller kardiovaskulärer Vorteile von Sojaprotein auf und zeigt, dass Ernährungsumstellungen vielfältige physiologische Auswirkungen haben können, die gemeinsam betrachtet werden müssen.