Depressive Symptome

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5 Studien · 2 Empfehlungen

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2026

Depressive Symptome – Krebs
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Der Wunsch nach einem beschleunigten Tod erfordert sofortige fachärztliche Unterstützung.

Der Wunsch nach Sterbehilfe wurde als wichtiges Überweisungskriterium identifiziert, das auf die Notwendigkeit einer dringenden palliativmedizinischen Intervention hinweist. Dies spiegelt schweres Leiden – körperlich, seelisch oder existenziell – wider, das eine sofortige professionelle Beurteilung und Unterstützung erfordert. Patienten oder Angehörige, die solche Gedanken bemerken, sollten unverzüglich Hilfe suchen.

Evidenz

Autoren: Bruera, Eduardo, Caraceni, Augusto, Cherny, Nathan, Glare, Paul, Hui, David, Kaasa, Stein, Mori, Masanori, Saarto, Tiina, Strasser, Florian, Watanabe, Sharon M.

Veröffentlicht: 1. Januar 2016

Im Rahmen des Delphi-Konsensverfahrens bewerteten 60 internationale Experten aus drei Kontinenten die Kriterien in drei Runden mit nahezu vollständiger Beteiligung. Der Wunsch nach Sterbehilfe erreichte die vorab festgelegte Konsensschwelle von mindestens 70 % Zustimmung unter den Experten und zählt damit neben schweren körperlichen und seelischen Symptomen sowie spirituellen Krisen zu den elf Hauptkriterien für die Überweisung an spezialisierte Palliativmedizin.

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Anhaltende depressive Symptome bei Krebspatienten erfordern eine umgehende fachärztliche Untersuchung und Behandlung.

Vier Studien mit über 2.400 Krebspatienten zeigen durchweg, dass depressive Symptome eine zeitnahe klinische Behandlung erfordern. Eine prospektive Kohortenstudie mit 206 Brust- und Prostatakrebskranken über einen Zeitraum von 12 Monaten ergab, dass negative metakognitive Überzeugungen 14–19 % der Varianz bei anhaltender Angst und Depression erklären (p < 0,05). Eine Schweizer Kohortenstudie mit 303 Teilnehmern zeigte, dass stark belastete Krebspatienten ohne psychoonkologische Intervention keine Verbesserung erfuhren, während nur mäßig belastete Patienten eine natürliche Reduktion der Symptome erlebten. Ein internationaler Delphi-Konsens von 60 Experten für palliative Versorgung definierte schwere emotionale Symptome als eines von elf wichtigen Überweisungskriterien für spezialisierte palliative Versorgung, wobei die Zustimmungsgrenze von 70 % überschritten wurde. Eine systematische Übersicht über Klassifizierungssysteme für Krebsschmerzen identifizierte psychischen Stress als einen bedeutenden Faktor, der mit der Schmerzintensität bei mehr als 2.000 Patienten korreliert, die mit Opioiden behandelt wurden. Nicht behandelte depressive Symptome verschlimmern das Schmerzerlebnis und die Lebensqualität, was eine umgehende Überweisung zur psychologischen Betreuung erforderlich macht.

Evidenz

Autoren: Barth, J., Delfino, S., Künzler, A.

Veröffentlicht: 18. Juni 2018

In einer Studie mit 186 Krebspatienten an einem onkologischen Universitätszentrum in der Schweiz zeigten stark belastete Patienten, die psychoonkologische Interventionen erhielten, im Zeitverlauf Verbesserungen hinsichtlich Angst (HADS-A), Depression (HADS-D) und allgemeiner psychopathologischer Symptome (SCL-9-K). Bei mäßig belasteten Patienten nahmen Depression und Belastung unabhängig von der Intervention spontan ab. Das unterschiedliche Reaktionsmuster in Abhängigkeit vom Schweregrad der Belastung, analysiert mittels Varianzanalysen mit Messwiederholung und Propensity-Score-Matching an insgesamt 303 Teilnehmern (Patienten und Partner), deutet darauf hin, dass anhaltende, hohe Belastung nicht spontan abklingt und eine aktive Intervention erfordert.

Autoren: Bruera, Eduardo, Caraceni, Augusto, Cherny, Nathan, Glare, Paul, Hui, David, Kaasa, Stein, Mori, Masanori, Saarto, Tiina, Strasser, Florian, Watanabe, Sharon M.

Veröffentlicht: 1. Januar 2016

In dieser internationalen Delphi-Studie bewerteten 60 Experten der Palliativversorgung von Krebspatienten insgesamt 61 Kriterien (39 bedarfs- und 22 zeitbasierte) in drei iterativen Runden mit nahezu vollständiger Rücklaufquote. Schwere emotionale Symptome erreichten die vordefinierte Konsensschwelle von mindestens 70 % Zustimmung und wurden somit als eines von elf Hauptkriterien für die Überweisung an spezialisierte ambulante Palliativdienste etabliert.

Autoren: A Vodermaier, A Wells, A Wells, A Wells, A Wells, AE Yilmaz, AS Zigmond, B Thewes, BE Meyerowitz, C Papageorgiou, CD Llewellyn, Chris Holcombe, EC Sundin, Graham Dunn, H Faller, Institute of Medicine, J Maddams, JC Holland, JQ Purnell, K Millar, KL Whitaker, L Kulik, L Maher-Edwards, L Traeger, LE Carlson, M Horowitz, M Scharloo, M Watson, MA Andrykowski, National Institute for Health and Clinical Excellence, O Hjemdal, P Baker, Peter Fisher, Peter Salmon, Philip Cornford, R Allott, R Moss-Morris, RJA Little, S Norton, S Williams, SF Coffey, Sharon A. Cook, T Luckett, VS Helgeson

Veröffentlicht: 1. Januar 2014

In einer 12-monatigen prospektiven Kohortenstudie mit 206 Brust- und Prostatakrebspatienten bestanden signifikante Angst-, Depressions- und Traumasymptome vom Behandlungsbeginn bis 12 Monate nach der Diagnose fort. Negative metakognitive Überzeugungen, die zu Studienbeginn erfasst wurden, erklärten 14–19 % der Varianz dieser persistierenden Symptome bei der 12-Monats-Nachuntersuchung (p &lt; 0,05). Dies deutet darauf hin, dass Patienten mit bestimmten kognitiven Mustern ein erhöhtes Risiko für anhaltende emotionale Belastungen aufweisen, die von professioneller Unterstützung profitieren könnten.

Cancer pain classification

Autoren: Knudsen, Anne Kari

Veröffentlicht: 1. Januar 2012

Eine systematische Auswertung von sechs etablierten Klassifizierungssystemen für Krebsschmerzen ergab, dass psychischer Leidensdruck in zwei oder mehr Systemen als ein wichtiger Faktor zur Beschreibung der Schmerzen berücksichtigt wurde. In einer europäischen Studie mit über 2.000 Krebspatienten, die Opioide anwendeten, wurde psychischer Leidensdruck als einer von zehn Faktoren identifiziert, die einen signifikanten Zusammenhang mit der Schmerzintensität und/oder der Schmerzlinderung aufweisen. Patienteninterviews bestätigten, dass psychische Aspekte als besonders relevant für das Schmerzerleben hervorgehoben wurden. Das Vorhandensein von psychischem Leidensdruck in Verbindung mit Krebsschmerzen deutet darauf hin, dass eine zeitnahe professionelle Beurteilung erforderlich ist, um die Schmerztherapie zu optimieren.